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Blüten im Winter – alles verschiebt sich

Blüten im Winter – alles verschiebt sich

Kurze Tage – grauer Himmel – kalte Nächte – aber im Garten entdecken wir noch Blüten. Haben wir etwas verpasst? Der Herbst läutet das Ende der Gartensaison ein, die Pflanzen gehen in die Winterpause. Und wir Menschen harken das Laub weg und machen alles winterfest. Am 01. Dezember ist schließlich der meteorologische Winteranfang.

Aber vielleicht ist dir auch aufgefallen, dass einige Blumen wie Rosen und Hortensien gerade wieder blühen. Okay, das kann am milden Herbst liegen.

Doch warum blühen Sommerblüher wie Passionsblumen und Mohn immer noch – oder wieder? Das gab es so noch nie! Das Problem: Und jetzt soll auch noch Schnee fallen. Wie geht das zusammen?

Wir wollen wissen, was da los ist und haben in den Tiefen des Internet erstaunliche Antworten gefunden.

 

Die Facts:

 

  • Die Winter sind kürzer und wärmer.

Der Winter ist in den vergangenen Jahren immer kürzer und wärmer. Fast überall in Deutschland lagen die Temperaturen um 4°C höher, als vor vor 30 Jahren, so dass wir die Winterjacke im Schrank lassen können

  • Jahreszeiten verschieben sich.

Durch die Erderwärmung verschieben sich die Jahreszeiten. Frühling und Sommer beginnen immer früher und der Herbst später. Laut Deutschem Wetterdienst dwd fängt die Frühlingsperiode in den letzten 30 Jahren ca. 18 Tage früher an  als im Durchschnitt der Jahre davor. Das bedeutet, dass der Winter mittlerweile um fast 3 Wochen kürzer ist.

  • Vegetationsphasen verschieben sich.

Botaniker haben sogenannte Leitpflanzen, mit deren Hilfe die jahreszeitliche Entwicklung beobachtet wird. Das sind zum Beispiel Forsythien, deren Blütezeit je nach Sorte von Mitte März bis Ende Mai ist. Blühen diese, weiß der Botaniker, dass eine neue Wachstumsphase einsetzt. In diesem Jahr begann der Strauch vier Wochen früher zu blühen, als es noch 1945 der Fall war. Die Apfelbäume blühen etwa 8 Tage früher als noch Ende der 80er Jahre.

  • Die Vegetationsphase hat sich verändert: Blätter und Blüten fallen später im Jahr ab.

 

Diese Grafik zeigt dir die Verschiebung der Jahreszeiten.

Doch warum ist das ein Problem?  Somit haben wir doch länger etwas von der Schönheit der Pflanzen! 

So richtig ist diese Annahme leider nicht. Denn blühen die Blumen und Bäume länger, hat das schwere Auswirkungen auf die darauffolgenden Jahreszeiten.

Das Risiko von Frostschäden steigt

Warmes Wetter ist für viele Pflanzen das Startsignal zum Wachsen. Es werden also neue Knospen und Blüten gebildet. Kommt es dann doch plötzlich zu Frost, sind die Pflanzen nicht geschützt und die neuen Keimlinge sterben ab. Dadurch gerät beispielsweise die Obsternte in Gefahr.

Auswirkungen auf Kaltkeimer

Andere Pflanzen, sogenannte Kaltkeimer, benötigen Kälteimpulse im Winter. Das sind beispielsweise unsere Waldbäume. Sie brauchen kurze Temperaturschwankungen unter 0°C, um auszutreiben. Wenn Frühlingstemperaturen über eine Woche lang anhalten, erwachen die Pflanzen und Bäume aus ihrer Saftruhe.

 

Diese Grafik zeigt dir den Temperaturanstieg in den Wintermonaten.

Gefahren für Insekten und Blüten

 

Auch Insekten wie Bienen sind betroffen. Hier können drei Probleme auftreten:

  1. Wenn die milden Temperaturen im Winter über längere Zeit anhalten, sind manche Bäume und Pflanzen nicht mehr in ihrer Saftruhe und blühen früher. Als Saftruhe bezeichnet man die Zeit, in der der Wasser- und Nährstofftransport in der Pflanze zum Erliegen kommt. Sie fangen an zu blühen.
  2. Wenn Blumen oder Bäume wegen der milden Temperaturen im Herbst und Winter blühen, werden die Pflanzen nicht bestäubt. Das liegt daran, dass die Insekten erst im Frühjahr schlüpfen.
    Wenn die Insekten dann schlüpfen, verhungern sie wiederum. Denn die Pflanzen, die eine wichtige Nahrungsquelle für die Larven sind, blühen nicht mehr
  3. Der falsche Frühling täuscht die Insekten, Bienen und Co. Sie sind durch die warmen Temperaturen zu früh wieder unterwegs.

 

“Normalerweise würden die Winterbienen jetzt im Bienenstock sitzen und heizen. Aber sie fliegen ab zwölf Grad Celsius raus. Sie holen Wasser, räumen auf, arbeiten hart. Dadurch vergeuden sie wertvolle Kraft und verkürzen so ihre Lebenszeit.”

Quelle: Thomas Maul MDR Garten

 

Sollten die Bienen dann auch noch an Orte fliegen, wo die Temperatur unter 9°C liegt, verfallen sie in eine Art Starre, schaffen den Heimflug nicht – sie erfrieren

Wie kommen Säugetiere mit den warmen Wintern klar?

 

Säugetiere können sich relativ gut an die “neuen” Winter anpassen. Der Boden ist nicht gefroren und von Schnee bedeckt, so dass sie ausreichend Futter finden. Doch das hat Auswirkungen auf ihre Fortpflanzung. Die warmen und milden Winter führen so zu einem Anstieg der Population bei Wildschweinen und Rehen. Jedoch können die Jungtiere erfrieren, sollte es plötzlich wieder kalt werden.
Andere Säuger wie Igel werden in ihrem Winterschlaf durch die Wärmephasen gestört und wachen auf. Kommt es dann wieder zu einem Kälteeinbruch, können die Tiere erfrieren oder verhungern, wenn sie es nicht schnell genug in ihr Winterquartier zurück schaffen.

Fazit 

 

Die Blüte im Herbst ist ein sicheres Zeichen für den Klimawandel. Die Jahreszeiten haben sich bemerkbar verschoben. Insekten und Pflanzen sind durch die warmen und kurzen Winter gefährdet. Und fällt dann doch Schnee, sterben die Pflanzen, Tiere und Insekten – das Sterben der Arten wird schlimmer.  Die Veränderung der Jahreszeiten wird auch für uns Menschen zu einem Problem. Es kommt zu Ernteausfällen, Lebensmittel werden teurer und Menschen leiden Hunger. #KlimaSchlau

Wenn wir nichts tun, wird sich das Klima bis 2040 so verändern.

 

Mit diesen Tipps kannst du der Natur helfen:

  • Volle Pulle heizen ist uncool. Schon ein halbes Grad weniger Raumtemperatur spart Heizkosten und damit CO2.
  • Trage Zuhause ein Kuschel-Sweatshirt statt einen T-Shirt und lese unsere Kuschel-Tipps zum klimaneutralen Aufwärmen.
  • Leckere Vegan-Burger geben dir Energie und Vitamine. Damit senkst du deinen CO2 Fußabdruck mit Genuss. (Jeder Deutsche verursacht ca.1,75 Tonnen davon pro Jahr = 1.750 kg giftige Luft.)
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