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Geschenkeritis – echt ansteckend!

Geschenkeritis – echt ansteckend!

Was ist umweltschonender – online kaufen oder im echten Shop? Diese Tipps machen dich zum Klimahelden. Erst mal die gute Nachricht: Wir dürfen feiern und können das auch im größeren Kreise machen  nur eben virtuell. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja doch noch ein Weihnachtswunder…

Auch wenn das Schlendern über den glitzernden Weihnachtsmarkt 2020 flachfällt, Geschenke müssen sein. Jetzt erst recht. Dabei stellen wir uns die Frage: Geschenke im Online-Handel kaufen oder in einem echten Shop? Und wie können wir dabei noch unseren CO2 Footprint schonen?

Wir haben recherchiert und diese Ergebnisse haben uns überrascht.

 

Fact 1: Weihnachten verbrauchen wir am meisten CO2. Warum?

 

Lecker und üppig essen, viele Geschenke und Familienbesuche mit vielen Kilometern Autofahrt (auch wenn diesmal eingeschränkt) – wir sehnen uns danach und freuen uns mit recht. Verrechnet man unser festliches Ritual in CO2, erzeugt jeder von uns zu Weihnachten durchschnittlich 338 kg CO2. Einige schaffen sogar bis zu 2 Tonnen. Nur zum Vergleich: Im ganzen Jahr erzeugt jeder von uns 11,5 Tonnen CO2.

Ist Weihnachten ein CO2-Footprint-Desaster?

Ja, weil wir Geschenkeritis bekommen – wir geraten in einen Geschenkerausch und wollen für unsere Lieben bei den Weihnachtsgeschenken auf nichts verzichtet. Dafür geben wir im Durchschnitt fast 300 € aus.

Aber ganz ohne Geschenke ist auch keine Option. Aber was ist jetzt besser für´s Klima – online oder im echten Laden shoppen?

 

Fact 2: Shoppen im Laden ist nicht unbedingt nachhaltiger.

 

Interessant ist ersteinmal, dass immer mehr von uns ihre Geschenke online kaufen. Trotzdem wollen nur 3% der Deutschen ausschließlich online bestellen. Das war schon vor Corona so. Viele von uns shoppen lieber in Geschäften vor Ort, vor allem Weihnachten. Jeder Vierte kauft den Großteil der Geschenke lieber im Laden. Aber hier ist wichtig zu wissen:

  • Fährst du alleine mit dem Auto zum Shoppen, verbrauchst du rund 2010g CO2 pro Kilometer. Das ist enorm viel.
  • Wenn du mit Bus oder Bahn zum Laden fährst um Geschenke zu kaufen, verursacht das nur 440 g CO2-Ausstoß. Dabei ist sogar egal, ob du mit einem oder fünf Artikeln nach Hause kommst.
  • Wohnst du in der Nähe der Geschäfte und läufst oder fährst mit Fahrrad, fällt sogar gar kein CO2 an. #Klimaschlau

 

Fact 3: Online-Shoppen ist klimafreundlicher – aber nicht immer.

 

  • Seit Corona boomt der Online-Handel – kein Wunder! Jetzt vor Weihnachten kommen noch Shopping Days wie der Black Friday und  Cyber Monday sowie die vielen Weihnachtsbestellungen hinzu. Die Post liefert um die 1,2 Millionen Pakete am Tag. Um das zu schaffen, haben die Zustelldienste in der Vorweihnachtszeit 800 Mitarbeiter zusätzlich eingestellt. Bis zum späten Samstagabend werden Pakete ausgeliefert.
  • Sind die Paket-Fahrzeuge logistisch klug geplant, ist der CO2-Ausstoß durch kurze Wege relativ gering. Eine Tonne Pakete im LKW erzeugt 104g CO2 pro Kilometer. Das heißt, ein Online bestelltes Paket hat in der gesamten Lieferkette einen CO2 Ausstoss von ca. 500g CO2.
  • Aber Achtung: Wenn das Paket wieder zurückgeschickt wird, fallen wieder 500g CO2 an. Das bedeutet, das Paket erzeugt dann 1.000 g. Das passiert in einem Geschäft eher seltener.

 

Retouren und unverkaufte Artikel erzeugen ein Klima Desaster.

 

  • 20 Millionen Artikel (4% der Retouren) pro Jahr werden in Deutschland vernichtet, weil sie nicht mehr verkauft werden können. Das ist ungefähr so, als würden alle Bewohner der 15 größten Städte Deutschlands ihre Einkäufe wieder zurückschicken. Okay – mal nachrechnen:
  • 2 Millionen Pakete x 1kg CO2 = 2.000.000kg CO2 = 2.000 Tonnen CO2 =  eindeutig zu viel!!!
  • In Frankreich hat Amazon deshalb ein gemeinnütziges Spendenprogramm gestartet. Dort wird unverkaufte Ware gespendet, statt vernichtet. Deshalb soll es auch in Deutschland für Onlineshops so ein gemeinnütziges Programm geben. Allerdings gibt es hier ein Problem: Wird ein Artikel gespendet, muss der Händler Umsatzsteuer bezahlen, obwohl er gar keinen Umsatz gemacht hat. Um so ein Programm jetzt nach Deutschland zu bringen, ist z.B. Amazon mit politischen Entscheidern in Kontakt. Hier braucht es eine Gesetzesänderung.
  • Allerdings gibt es schon Unternehmen, die nachhaltig mit den retournierten Artikeln umgehen. Zalando beispielsweise verkauft – laut eigenen Angaben – 97% der zurückgeschickten Waren nach gründlicher Aufbereitung über den eigenen Onlineshop weiter.

 

Geschenkeritis – Warum kaufen wir überhaupt so viel?

 

  • Einige meinen, dass es sich nicht “lohnt”, sein Geld bei einer Bank zu sparen. Da die Verzinsung zu niedrig ist. Außerdem macht shoppen Spaß. In Amerika gilt das Geld, das in ein Geschenk investiert wurde, als Sozialstatus:

 

Ich kann schenken, ich bin erfolgreich.”
Willy Schneider, Spiegel

 

  • Ca. 13% der Bevölkerung geben fast ihr gesamtes Einkommen für Produkte und Dienstleistungen aus, nur um soziale Anerkennung zu bekommen. Teilweise wird dann auch mit den Besitztümern wie Autos und Elektronikartikel geprahlt.
  • Bei sogenannten Schnäppchenjägern zählt nicht der Besitz des Produktes an sich, sondern der Kaufakt. Dieser bedeutet nicht selten einen persönlichen Erfolg.
  • Rabattangebote sorgen sogar dafür, dass wir unser Gehirn ausschalten. Wir kaufen ein Produkt, obwohl wir es eigentlich nicht brauchen. Dabei tolerieren wir sogar, dass das Produkt totaler Müll ist.

 

“Alles, was wir wegschmeißen, ist nicht weg, sondern einfach nur woanders.”

             Bloggerin Anna Schnuck, Morgenpost

 

Fazit

 

Was ist nun besser für die Umwelt – unsere Weihnachtsgeschenke online oder im Laden zu kaufen?

  • Im Laden shoppen ist klimafreundlicher – wenn du mit den Öffis fährst und gleich mehrere Weihnachtsgeschenke einkaufst.
  • Online shoppen ist klimafreundlicher – wenn unsere Pakete alle bei einem Händler bestellt werden, alle auf einmal geliefert werden und keine Ware
  • zurückgeschickt wird, um zusätzliche Wege und somit CO2-Ausstoß zu verhindern.
  • Möchtest du aber verschiedene Geschenke bei verschiedenen Online-Händlern kaufen, ist es wiederum umweltfreundlicher, in ein Einkaufszentrum zu gehen – aber nur mit den Öffis.

 

Das ist alles ganz schön kompliziert. Deshalb haben wir es für dich mal veranschaulicht:

Der Shopping Zyklus für Klimahelden:

 

 

Hier noch unser Tipps gegen die Geschenkeritis in der Weihnachtszeit:

 

  • Gutscheine – vor allem, wenn sie Digital sind – senken die Quote der zurückgeschickten Artikel, weil man sich selbst etwas aussuchen kann. Ein kleiner Geschenktipp: Ein Gutschein von Ethic Deals.
  • Verschenke nachhaltige Produkte, auch wenn sie unter Umständen etwas teurer sind. Sie haben eine bessere Ökobilanz und sind damit auf jeden Fall ihren Preis wert.
  • Bestell deine Geschenke online und kaufe mehrere Produkte bei einem Händler, so sparst du Verpackungsmaterialien und Transportwege.
  • Lass dich von Anzeigen wie “- 81% Rabatt” nicht beirren! Überlege, ob du das Produkt wirklich brauchst und lies dir mehrere Kundenrezensionen durch. Häufig weißt du dann, ob das Produkt sein Versprechen wirklich hält. Dann sparst du die Retour.
  • Bevor du bestellst oder losfährst, genau planen, welche Geschenke du kaufen möchtest.

 

Schenken ist auf jeden Fall eine wunderbare Geste, die andere und auch dich glücklich machen kann.

Und damit sich auch die Umwelt freut hier noch zwei Links zu CO2 Rechnern – damit kannst du deine persönliche CO2 Bilanz beim Weihnachtsshopping errechnen:

 

FRÖHLICHE WEIHNACHTEN!

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