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Schmetterlingseffekt: Mit kleinen Taten das Klima retten

Schmetterlingseffekt: Mit kleinen Taten das Klima retten

Der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien kann in Texas einen Wirbelsturm auslösen. Klingt übertrieben, ist aber ein perfektes Beispiel für eine wichtige Forschung: der Chaostheorie. Aber was hat der Schmetterlingseffekt mit dem Klimawandel zu tun?

Neben der Relativitätstheorie und der Quantenmechanik ist die Chaostheorie wohl eine der wichtigsten Erkenntnisse des vergangenen Jahrhunderts.

 

Seit der Entdeckung des als Schmetterlingseffekt bekannten Phänomens ist klar: Selbst eine winzige Änderung in einem System kann große Auswirkungen in einem anderen System zu Folge haben, so dass eben aus einem Flügelschlag, der die Atmosphäre minimal verändert, tausende Kilometer weiter ein Wirbelsturm werden kann. Theoretisch zumindest. Natürlich löst nicht jeder Flügelschlag eines Schmetterlings irgendwo auf der Welt einen Tornado aus, aber er könnte den Anfang dafür setzen.

 

Was ist der Schmetterlingseffekt?

 

Beim „Mensch ärgere dich nicht“ haben wir den Einfluss der Chaostheorie schon einmal erlebt:

Der Bruder würfelt eine Sechs, die auch wir dringend brauchen können, um endlich weiterzukommen. Wir bemühen uns, genauso zu würfeln wie der Bruder, aber es kommt trotzdem eine Drei heraus. Warum ist das so? Weil wir nicht exakt genauso würfeln können wie der Bruder. Die Position der Hand, die Geschwindigkeit, die Richtung – all diese Faktoren müssen sich nur minimal verändern, und schon ändert sich das Ergebnis.

 

Noch deutlicher wird es mit diesem Beispiel:

Wir müssen zu einem Vorstellungsgespräch für ein Praktikum und gehen um 9 Uhr aus dem Haus, steigen in den Bus und kommen pünktlich. Wenige Wochen später dürfen wir dort beginnen und haben vielleicht den Weg für unseren Traumjob geebnet. Aber was ist, wenn wir zwei Minuten später losgehen, einen anderen Bus nehmen müssen, weil wir den ersten um wenige Sekunden verpasst haben, und dieser dann eine Viertelstunde im Stau steht? Wir kommen zu spät, die Jobabsage ist garantiert – und unser Leben verändert sich schlagartig.

Nur wegen ein paar Minuten. Übrigens: Stau ist auch ein Beispiel für den Schmetterlingseffekt. Er kommt und verschwindet – ohne dass wir es genau vorhersagen können; es sind Verkettungen verschiedener Ereignisse in einem chaotsichen System.

 

Wer hat den Schmetterlingseffekt entdeckt?

 

Vor fast 60 Jahren revolutioniert der Wissenschaftler Edward Lorenz das Wissenschaftssystem, als er den sogenannten Schmetterlingseffekt entdeckt und den Grundstein für die Chaostheorie legt.

Er forscht gerade an einem Modell für Wettervorhersagen, als die Zahl 0,506127 eine bedeutende Rolle spielt. Denn ein kleiner Fehler ist es, der Lorenz zur heutigen Chaosforschung bringt. Statt seine Berechnung erneut mit der Zahl 0,506127 durchzuführen, lässt er aus Versehen die letzten drei Ziffern weg – und bekommt zu seiner eigenen Überraschung ein völlig anderes Ergebnis.

Haben diese drei Ziffern so große Auswirkungen, obwohl die Ausgangssituation der Rechnung die gleiche ist? Edward Lorenz forscht weiter und stellt damit die damalige Wissenschaft auf den Kopf.

 

Minimale Veränderungen können entscheidend sein

 

Unsere Entscheidungen und Taten haben also immer Folgen für die Zukunft. Das gilt auch für das Klima. Hätte Greta Thunberg nicht im September 2018 begonnen, sich gegen den Klimawandel einzusetzen und auf die katastrophalen Zustände hinzuweisen, hätte es die weltweite „Fridays for Future“-Bewegung in der Form nicht gegeben und die Politik wäre nicht in diesem Maße unter Druck geraten.

 

„Wir können die Welt nicht retten, indem wir uns an die Spielregeln halten. Die Regeln müssen sich ändern, alles muss sich ändern, und zwar heute.“ 

Greta Thunberg, Oktober 2018, Klima-Demonstration in Helsinki, Finnland

 

Jeder einzelne von uns kann also viel bewegen. Es braucht nur diesen einen kleinen Flügelschlag, um Großes zu erreichen – auch beim Klimawandel.

 

Der Schmetterlingseffekt und die Erderwärmung

 

Statt Geranien Veilchen auf dem Balkon, kein englischer Rasen im Garten – das sind nur kleine Veränderungen, die aber Großes bewirken können:

 

Die Schmetterlinge finden ausreichend Nektar. —> Das verhindert das Aussterben der Schmetterlinge. —> Die Schmetterlinge wiederum sichern die Bestäubung der Pflanzen. —> Die Pflanzen wiederum minimieren das CO2 in unserer Atmosphäre —> Weniger CO2 führt dazu, dass sich die Ozeane nicht weiter aufheizen. —> Die Korallenriffe im Pazifik sterben nicht ab. —> Es gibt dadurch keine Sturmfluten. —> Der Meeresspiegel steigt nicht weiter. —> Die Küstenregionen sind nicht bedroht. —> Und es gibt auch noch einen leckeren Apfel zum Frühstück. —> Denn der Schmetterling hat einen Apfelbaum bestäubt.

 

Mach mit bei unserer Mission #rettet die schmetterlinge

 

In der ersten Episode unserer neuen AR-Story “Rette die Schmetterlinge” schwirren sie vergeblich um die Blumen herum. Nichts zu finden, was die Schmetterlinge mit Nektar versorgt. Kleine Gesten können hier schon viel bewirken. Nutze den Schmetterlingseffekt und hilf mit, die Schmetterlinge zu schützen.

Mit deinem Video unserer AR-Schmetterlinge kannst du auf die Situation der Schmetterlinge aufmerksam machen. Teile es auf deinen Social Media Kanälen mit dem #rettedieschmetterlinge.

 

Du kannst aber auch noch viel mehr tun.

 

Du hast keinen eigenen Garten, um viele Blumen zu pflanzen, die Schmetterlinge lieben? Kein Problem! Auf dem Balkon oder der Fensterbank tuts auch ein Kasten mit Phlox oder Lavendel. Das kann schon helfen, die Schmetterlinge mit Nektar zu versorgen, die vorher vergeblich durch die Stadt geflogen sind.

Oder du gehst einfach vor die Tür. Die Baumscheiben von Straßenbäumen könnten zum Beispiel kunterbunt bepflanzt werden. Heute pfanzt du eine Blume und in der nächste Woche kann schon die ganze Straße in bunter Blütenpracht erstrahlen, weil auch andere mitmachen.

 

Hier noch einige besonders schmetterlingsfreundliche Pflanzen. Darunter einige, die auch für dich durchaus hilfreich sein können.

  • Kugeldistel
  • Liguster
  • Phlox
  • Blutweiderich
  • Nachtkerze
  • Arznei-Baldrian
  • Lavendel
  • Purpur-Fetthenne
  • Sal-Weide
  • Salbei
  • Saat-Luzerne

 

Sei der Flügelschlag und löse einen Wirbelsturm der Pflanzen- und Artenvielfalt aus.

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