Title Image

Noch einmal Sommerzeit

Noch einmal Sommerzeit

Seit 1980 stellen wir unsere Uhren jeden letzten Sonntag im März auf die Sommerzeit um und jeden letzten Sonntag im Oktober wieder auf die Winterzeit. Doch das wird nun wohl bald Geschichte sein. Auch wenn der Gedanke, Energie zu sparen, schon eine gute Idee war und nicht zeitgemäßer sein könnte.

 

Sommer- und Winterzeit – warum stellen wir die Zeit um?

 

Am 1. April 1893 wurde zum ersten Mal eine einheitliche Zeit in Deutschland eingeführt. Grund dafür war der Ausbau den Eisenbahnnetzes. Davor richteten sich alle nach dem Stand der Sonne. Und so hatte man in München tatsächlich eine etwas andere Zeit als in Berlin.

 

Seit 1916 wurde mit dem Gedanken gespielt, die Zeit nach den Jahreszeiten Sommer und Winter umzustellen. Da die Menschen in der Nachkriegszeit mehr vom Tageslicht abhängig waren, als wir es jetzt sind, gab es von 1947-1949 neben der Sommerzeit auch eine Hochsommerzeit. Hier wurde die Uhr eine Stunde vorgestellt. Endgültig eingeführt wurde die Umstellung der Winterzeit auf die Sommerzeit 1980. Seitdem beginnt die Sommerzeit am letzten Sonntag im März – um 2 Uhr wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt auf 3 Uhr. Es fällt also eine Stunde weg, der Sonntag verkürzt sich also um eine Stunde. Der Effekt ist, dass damit die Sonne später auf- und später untergeht. Die Idee war, dass wir am Abend länger das Tageslicht ausnutzen. Die Biergärten hat’s gefreut.

Umgekehrt wurde jeden letzten Sonntag im Oktober die Uhr wieder auf die Winterzeit zurückgestellt – um 3 Uhr nachts auf 2 Uhr. Der Sonntag war damit eine Stunde länger, die Sonne ging eine Stunde früher unter.

 

Warum die Zeitumstellung eingeführt wurde? Der eigentliche Sinn dahinter war, das Tageslicht optimal nutzen zu können und somit Energie zu sparen. Deshalb wird die Zeitumstellung in den englisch-sprachigen Ländern auch als “Daylight Saving Time” bezeichnet.

 

Ist die Zeitumstellung sinnvoll oder nicht?

 

Wie u.a. auch das Bundesumweltamt oder der Bundesverband für Energie- und Wasserwirtschaft feststellen, ist der erwünschte Effekt der Energieeinsparung faktisch nicht vorhanden. Man spart zwar elektrisches Licht, allerdings wird vor allem in den kälteren Monaten wie März, April und Oktober morgens mehr geheizt. Dadurch steigt unser Energieverbrauch sogar. Hinzu kommt, dass unser Freizeitverhalten, an lauschigen Sommerabenden noch länger im Biergarten zu sitzen, sogar zu einem höheren Stromverbrauch geführt hat.

Es gibt also keinen nachweisbaren positiven Effekt auf den Stromverbrauch.

 

Auch Mediziner sehen die Zeitumstellung kritisch. Wir Menschen müssen, obwohl die Zeit sich nur um 1 Stunde ändert, unseren Rhythmus neu anpassen. Viele leiden unter einem Mini-Jetlag. Vor allem Menschen mit Schlafstörungen oder organischen Erkrankungen haben Probleme.

Die Krankenkasse DAK fand heraus, dass jeder 4. in Deutschland über 14 Jahren gesundheitliche Probleme durch die Umstellung hat. Mehr als die Hälfte klagen über Schlafprobleme und Müdigkeit, andere über Konzentrationsprobleme und depressive Stimmung.

Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen und eine geringere Leistungsfähigkeit.

 

 

„Man erhöht die Wahrscheinlichkeit für Diabetes, Depressionen, Schlaf- und Lernprobleme – das heißt, wir Europäer werden immer dicker, dümmer und grantiger.“ 

 Till Roenneberg vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität München über die Abschaffung der Sommerzeit, Quelle

 

 

Wann wird die Zeitumstellung abgeschafft?

 

Das steht noch nicht genau fest. Das EU-Parlament will die Zeitumstellung nach 2021 außer Kraft setzen. Allerdings kommt es hier zu Komplikationen.

 

  • Die Mitgliedstaaten müssen zunächst über die Abschaffung diskutieren, denn die Umstellung ist einheitlich festgelegt. Auch ist noch unklar, welche Zeit gelten soll – Sommer- oder Winter- oder auch Normalzeit.
  • Für manche Länder hat die Sommerzeit Vorteile, für andere widerum die Normalzeit. Das kann aber jedes Land nicht einzeln festlegen. Hier muss es eine Einigung geben.
  • Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin empfiehlt die Normalzeit, also die jetzige Winterzeit.

 

Durch die Corona-Pandemie wurde das Thema Zeitumstellung im EU-Parlament noch nicht wieder weiter verhandelt. Bis hier also ein Beschluss vorliegt, heißt es: Uhren umstellen.

 

Was hat das mit unserer Mission #rettedeneisbär zu tun?

 

Durch unseren Energieverbrauch beeinflussen wir die CO₂-Emissionen in die Atmosphäre und damit den Klimawandel. Die Idee einer Verringerung unseres Energiebedarfs durch eine solche Zeitumstellung war sicherlich ein guter Gedanke und der Eisbär wäre sicherlich glücklich darüber, wenn es geklappt hätte. Denn um so mehr Energie wir verbrauchen, um so kleiner wird seine Eisscholle.

Wie sparen wir richtig Energie?

 

Wie warm ist es in meiner Wohnung? Verwende ich LEDs oder Energiesparlampen? Und ist meine Konsole im Stand-by? Das alles sind Fragen, die wir uns stellen sollten. Denn verbrauchen wir unnötig Energie, tut das nicht nur unserem Geldbeutel weh – wir produzieren auch unnötig CO2.

 

Richtig heizen. Hier eine Übersicht über Heizungen:

 

  • Standard-Ölkessel Altzustand: 40 kg CO₂ pro m²
  • Öl-/Gasbrennwertkessel: 26 kg CO₂ pro m²
  • Wärmepumpe (Sole/Wasser): 18 kg CO₂ pro m²
  • Holzpelletkessel: 8 kg CO₂ pro m²

 

Die umweltfreundlichste Variante für Eigenheimbesitzer ist also der moderne Brennwertkessel. Für die Mietwohnung ist hier die Fernheizung die beste Wahl. Denn lokale Wärmekraftwerke sind hier oft die Versorger. Ob diese allerdings mit umweltfreundlichen und vor allem regenrativer Energieerzeugung die Wärme erzeugen, ist von Stadt zu Stadt von Anbieter zu Anbeiter unterschiedlich.

 

Das aber kann jeder tun – richtig Heizen:

 

Temperatur in der Wohnung. Im Winter müssen es keine 25 °C in der Wohnung sein. Eine durchschnittliche Temperatur von 20°C reicht vollkommen aus. Am besten jeder Raum hat seine eigene Temperatur:

  • Badezimmer:       22 °C
  • Küche:                 19 °C – 20 °C
  • Schlafzimmer:     17 °C – 18 °C

 

Außerdem sollten wir nicht zu früh mit dem Heizen beginnen oder zu spät die Heizung abstellen. Es reicht, wenn wir die Heizung im Oktober einschalten und Mitte/Ende April wieder ausschalten.

Denn: alleine das Heizen macht 15% unseres privaten CO2-Ausstoßes mit 1,64 Tonnen CO2 aus!

 

Weitere Einsparpotentiale:

 

  • Stand-by Modus. Jeder Haushalt verschwendet so viel Energie durch Geräte im Stand-by Modus wie 5 Energiesparlampen im Dauereinsatz verbrauchen!
  • Ein Haushalt mit drei Personen muss jährlich 100€ zusätzlich zahle, nur weil Geräte wie Stereoanlage oder Konsole im Bereitschaftsmodus waren.
  • Zählt man Privathaushalte und Büros zusammen, werden jedes Jahr mindestens 22 Milliarden Kilowattstunden verschwendet. Das sind 8.822.000 Tonnen CO2!!!
  • Strom sparen. Der Stromverbrauch alleine macht 7% unseres privaten CO2-Ausstoßes mit 0,76 Tonnen CO2 aus.
  • Bei Elektrogeräten sollte auf die Energieeffizienzklasse A+ und A+++ geachtet werden. Tauscht man einen Kühlschrank der Klasse B durch einen der Klasse A+++ aus, spart man pro Jahr 160 kg CO2 und 74€!!!

 

Welche Lampen soll ich verwenden? LED oder Energiesparlampe?

 

Eine gar nicht so unwichtige Frage, die wir hier ein einem Vergleich uns mal angeschaut haben. Und es ist durchaus interessant, dass die LED die Nase vorn hat.

 

LED oder Energiesparlampe?

 

LED-Lampen haben die längste Haltbarkeit, verbrauchen am wenigsten Strom für die gleiche Lichtausbeute und enthalten kein Quecksilber. Auch Stiftung Warentest kam zu dem Ergebnis, dass LED-Lampen die klimafreundlichste Wahl sind. Dennoch, zwischen LED und Energiesparlampe sind keine allzu großen Unterschiede. Also erstmal die Energiesparlampen, die du schon hast, leuchten lassen.

 

Fazit:

 

Die Sommerzeit war zwar gut gedacht, aber dann doch nicht wirklich effektiv. Die erhoffte Energieeinsparung hat sich nicht bewahrheitet. Also werden wir uns wohl demnächst darauf verzichten uns Eselsbrücken zu bauen. Denn, wie war das noch mal mit vor- oder zurück? Jetzt zur Sommerzeit stellen wir die Stühle VOR die Balkontür. Und zur Winterzeit holen wir sie wieder ZURÜCK.

Ernergiesparen können wir auch ohne Sommerzeit!

Keine Kommentare

Schreib einen Kommentar