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Die Rosskastanie im Stress

Die Rosskastanie im Stress

Jeder kennt sie: Die Kastanie – ein Baum mit wunderschönen Nussfrüchten. Daraus kann man  jetzt wieder lustige Figuren gebastelt. Doch bald könnte das Vergangenheit sein. Ist dir auch aufgefallen, dass die Kastanien schon im August braune Blätter hatten? Jetzt ist Herbst und sie blühen sogar schon. Was ist da los?

Wir wollen wissen, warum und haben diese erschreckende Entdeckung gemacht: Den Rosskastanien geht es extrem schlecht.

Blühen im Herbst: ein Hilferuf der Rosskastanie!

Wenn die Rosskastanien im Herbst blühen sind sie im Stress. Man nennt diese Blüten auch “Angstblüte”. Dabei werden die Stoffe produziert, die erst im Frühjahr dran sind. Sie fördern das Wachstum in Form von Knospen und jungen Zweigen. Warum macht die Kastanie das?

 

“Salopp formuliert gilt das Prinzip: Wenn ich ohnehin sterben muss, möchte ich bis dahin wenigstens noch möglichst viele Nachkommen zeugen.“ Die Herbstblüte ist ein letztes Aufbäumen eines Baumes, der den Frühling vielleicht nicht mehr erlebt.” 

Quelle: Süddeutsche Zeitung

 

Mit dem Blühen versucht die Kastanie also, Ihre Art zu erhalten. Normalerweise würde dieses Phänomen erst im Frühjahr auftreten. Doch warum ist das im Herbst schon der Fall? Was passiert da genau?

 

Die Facts: 

Viele Faktoren setzen den Kastanien zu. Innerhalb eines Jahres müssen sie einiges aushalten:

    1. Rosskastanien sind in Deutschland nicht heimisch. Ursprünglich kommen sie aus Griechenland und Bulgarien.
    2. Im Frühling ab April befallen die ersten Miniermotten die Kastanie.
    3. Im Sommer, also Ende Juli/Anfang August, ist die Kastanie von der 2. Generation der Miniermotte befallen. Die Kastanie verliert an Kraft und die Blätter werden braun Hinzu kommen noch Trockenheit und Hitze. Vor allem in den Städten gab es in den vergangenen Sommer wenig Niederschlag und hohe Temperaturen. Darunter leiden die Bäume.
    4. Im September wird die Rosskastanie von der 3. Generation der Miniermotte befallen.
    5. Im Herbst kommt das Bakterium Pseudomonas hinzu. Es beschädigt die Baumrinde der Rosskastanien und bringt diese zum Platzen. Um sich zu schützen blüht der Baum.
    6. Im Winter sterben die neuen Triebe bei Frost ab. Diese Blüten fehlen dann im Frühling.

 

Die Rosskastanien befinden sich in einem Teufelskreis, dem sie nur nicht entfliehen können. Irgendwann sind sie so krank, dass sie faulen, morsch werden und schließlich gefällt.

Detailinfos weiter unten.

 

Fazit:

Die hohen Temperaturen, Wassermangel und schlechte Böden in den Städten bekommen den Rosskastanien gar nicht. Zudem sind die Bäume ganzjährig im Stress und müssen mit unterschiedlichsten Krankheiten klarkommen. Das haben wir nicht gewusst. #KlimaSchlau

Experten sagen, dass vor allem in den Innenstädten alternative Bäume gepflanzt werden sollten. Denn Bäume in Städten sind enorm wichtig. Ohne sie könnte es noch heißer werden- und zwar um bis zu 10°C!

 

Hier sind ein paar Tipps, wie du den Rosskastanien helfen kannst:

    • Bekämpfe die Kastanienminiermotte!  Fege einfach das Laub in deinem Garten zusammen und entsorge es in der Biotonne. In den Kompostieranlagen der Stadtreinigungen gehen die Larven kaputt, wodurch sie die Bäume nicht mehr befallen können.
    • Versuche Produkte zu vermeiden, die Erdöl enthalten. Bei der Förderung von Erdöl werden große Mengen Methan freigesetzt. Methan ist ein Treibhausgas und trägt somit zur Erderwärmung bei.
    • Gibt es in deiner Nähe Kastanienbäume? Gieße diese einfach, wenn es über einen längeren Zeitraum trocken war! 1-2 volle Gießkannen am Tag reichen schon aus.

 

Was bei der Miniermotte und dem Bakterium wirklich passiert

Die Rosskastanien sind gestresst. Und wer Stress hat, wird schneller krank. Die Bäume sind geschwächt und nehmen beispielsweise weniger Ressourcen und Rohstoffe auf. Der Befall durch die Miniermotte und die trockenen, niederschlagsarmen Sommer sind dabei nur zwei Faktoren.

 

Durch den Mangel an Nährstoffen und Wasser können sich die Kastanien nicht mehr so gut vor den Larven der Miniermotte schützen. Von diesen sind vor allem die weißen Rosskastanien betroffen. Diese fressen die Blätter von innen heraus auf. Sie werden braun und sterben ab.

Durch den Befall kann die Rosskastanie nicht mehr so gut Photosynthese zur Stoffproduktion bilden. Und durch die trockenen Sommer kann die Photosynthese sogar ins Stocken geraten.

Wären die Bäume nicht so geschwächt, könnten sie mit den Insekten klarkommen.

 

Mit was die Rosskastanie allerdings nicht klarkommt, ist das Bakterium namens Pseudomonas. Dieses kommt eigentlich aus Indien, befällt aber seit 2008 auch die deutschen Kastanien. An der Rinde der Bäume tauchen dabei schwarze oder braune Stellen auf. Im Frühjahr sickert aus diesen gelbe oder rote Flüssigkeit. Das ist zu vergleichen mit unserem Blut. Was passiert? Die Äste sterben ab. Die kranken Stellen an der Rinde bieten einen perfekten Platz für weitere Krankheitserreger wie Pilze.

Die Ausbreitung dieses Bakteriums kann leider weder von Baum noch Mensch bekämpft werden.

 

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