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Saisonwechsel im Kleiderschrank

Saisonwechsel im Kleiderschrank

Saisonwechsel im Kleiderschrank! Und damit die gute Nachricht zuerst: es wird Frühling. Die weniger gute: Die neuesten Trends für die neue Frühjahr/Sommer-Kollektion kommen in die Läden und Online-Portale. Warum das nicht gut ist?

Ganz aktuell kam eine Studie von McKinsey und Global Fashion Agenda zu einem erschreckenden Ergebnis.

2018 verursachte sie einen CO2-Ausstoß von 2,1 Milliarden Tonnen. Das entspricht den Emissionen von Frankreich, Deutschland und Großbritannien zusammen und ist mehr als Luft- und Schifffahrt zusammen verursachen!

Und die Kurve zeigt weiter nach oben. Nur drei der 100 größten Modeunternehmen in Europa ändern das gerade und fangen an, nachhaltige Mode zu produzieren. Laut einer Umfrage von Kearney, einer internationalen Unternehmensberatung, besitzen die Deutschen fast 100 Kleidungsstücke und kaufen pro Jahr 17 neue dazu.

 

Drei große Probleme:

 

Fast-Fashion

 

Billig hergestellte Kleidung von geringer Qualität. Wir sollen so angehalten werden, schnell wieder eine neues Kleid zu kaufen, obwohl bereits fünf im Schrank hängen. Entstanden ist diese Trend in den 1980er Jahren. Davor gab es zwei große Mode-Saisons entsprechend der Jahreszeiten Herbst/Winter und Frühjahr/Sommer. Heute werden bis zu 24 (!) Kollektionen produziert. Zwischen 2000 und 2014 ist die Anzahl der gekauften Kleidungsstücke pro Jahr um 60 % gestiegen. Und – jedes dieser Stücke wird nur noch halb so lang getragen wie noch vor 15 Jahren. Danach wird es oft weggeschmissen.

 

Material

 

Viele unserer neu gekauften Kleidungsstücke sind heute nicht etwa nur aus Baumwolle oder Seide, also aus Naturprodukten. Sondern sie bestehen aus Kunstfasern, oder – ganz schlimm – aus Mischgewebe. So wird zum Beispiel der Baumwolle für eine Jeans PET-Fasern beigemischt. Wird diese Jeans jetzt entsorgt, wird sie nicht verrotten. Grund für diesen Trend ist der wachsende Bedarf an Kleidung. Es kann gar nicht so viel Baumwolle auf den feldern wachsen, wie gebraucht wird,. Inzwischen bestehen 75% der Fasern aus Kunststoff. Das Recyceln dieser Kunststoffe stellt uns vor neue Herausforderungen.

 

Lieferketten

 

Es ist inzwischen für uns Verbraucher unmöglich nachzuvollziehen, wo und wie ein T-Shirt hergestellt wurde. Wie viele Wege es hinter sich hat, bis es bei uns im Schrank landet, können wir nicht herausfinden. Das sogenannte Lieferkettengesetz soll das jetzt in Deutschland ändern. Kritiker haben allerdings schon Zweifel geäußert.

 

Greenpeace hat in einer Umfrage im Juni 2019 herausgefunden, dass allein nur in Österreich 72 Millionen Kleidungsstücke ungetragen im Schrank bleiben. Wird dann mal aussortiert, landet die Hälfte dieser ungetragen T-Shirts und Jeans im Müll. In Deutschland sieht das ganz bestimmt nicht anders aus.

 

Was hat das mit den Eisbären zu tun?

 

Die Folgen für unsere Umwelt sind verheerend und haben somit auch Auswirkungen auf die Lebenswelt der Eisbären. Fast-Fashion lässt am Ende das Eis an den Polen schmelzen. Mit unserer Mission „Rette den Eisbären“ wollen wir auf das Problem aufmerksam machen. Mach mit! Mehr Informationen findest Du hier:

Was muss getan werden?

 

Mit der Global Fashion Agenda, der Better Cotton Initiative oder der Initiative Fashion for Good hat die Industrie inzwischen auf die Probleme reagiert. So hat z.Bsp. Adidas seine absolute CO2-Emissionen zwischen 2012 und 2018 um 12 Prozent reduzieren, bei Kering, dem Eigentümer von Gucci, Saint Laurent und Balenciaga, waren es sogar 36 Prozent.

 

Aber das reicht nicht. Insgesamt muss die Produktion von neuer Kleidung reduziert werden. Also nicht mehr 24 Kollektionen in einem Jahr. Das macht keinen Sinn!

 

Mehr Fashion muss in den Kreislauf zurückgebracht werden. Mehr Fashion muss nach dem Prinzip “Circular Fashion” hergestellt werden. Hierbei geht es um den gesamten Lebenszyklus eines Produktes – auch Schuhe, Schmuck, Accessoires – von Design und Beschaffung über Produktion, Transport, Lagerung, Marketing und Verkauf bis hin zur Nutzungsphase und dem Ende seiner Lebensdauer. Dieser Lebenszyklus muss nachhaltig sein! Kleidung wird also so produziert, dass nichts mehr im Abfall landet. Alle Materialien bleiben im Kreislauf, werden recycelt oder upcycelt.

 

 

Was kannst du tun?

 

    • Mach mal eine Shopping-Pause. Nicht jeder neue Trend muss auch in deinem Kleiderschrank landen.

 

    • Achte auf die Qualität der Stoffe. Meide Mischgewebe, greife z.Bsp. besser zu Bio-Baumwolle, auch wenn sie etwas mehr kostet. Kaufe dann lieber statt zwei oder drei nur ein T-Shirt und trage das nicht nur einen Sommer lang.

 

    • Kleidung, die nicht zerschlissen ist, verkaufen. Es gibt inzwischen zahlreiche Second-Hand-Plattformen und Läden. Damit besserst du nicht nur dein Konto aus, sondern machst einem anderen eine Freude. Und der Umwelt!

 

    • Schau dich selbst mal auf den Second-Hand-Plattformen um oder im Second-Hand-Laden. Hier findest du oft großartige Mode und Einzelstücke, die deinen Stil noch individueller machen.

 

    • Hochwertige Kleidung kann inzwischen sogar ausgeliehen werden. So bleibst du up-to-date und schonst gleichzeitig die Umwelt.

 

 

Mode muss nicht immer neu sein. Und Trends kann man auch selbst setzen. Ein Trend wäre es, keine Fast-Fashion mehr zu kaufen. Dafür nur wenige Einzelstücke von hoher Qualität, die sich gut miteinander kombinieren lassen. Heute ist das Weniger mehr!

 

Fazit

 

Mode kann und soll Spaß machen. Aber wir haben das Maß überschritten. Sogenannte Fast-Fashion hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Modeindustrie zu einem der größten CO2-Verursacher der Welt geworden ist.

Wir müssen diesen Trend beenden, damit wir unsere Klimaziele erreichen. Jeder von uns kann seinen Beitrag dazu leisten. Bevor ein neues Stück für den Kleiderschrank kommt oder ein neues paar Schuhe angeschafft wird, erst einmal schauen – brauche ich das wirklich? Noch mehr zur Jeans und was Wasser damit zu tun hast, kannst du HIER nachlesen.

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