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Wie viel Wasser trinkt der Schoko-Osterhase?

Wie viel Wasser trinkt der Schoko-Osterhase?

Der Schoko Osterhase gehört genauso ins Osternest wie die bunt gefärbten Ostereier. Und wir wollen ihn ganz bestimmt nicht mies machen. Doch für das Klima und den Wasserschutz ist es besser, dass wir statt zwei oder drei besser nur einen süßen Hasen ins Nest setzen.

 

Auch die Art und Weise, wie der Kakao angebaut wird, hat großen Einfluss auf die Ökobilanz des Schoko-Hasen. Naja, und die Alu-Folie, mit der er verpackt wird – vielleicht hat ja jemand eine Idee, wie man die umweltfreundlicher gestalten kann.

Aber der Reihe nach.

 

Die Kakaobohne und das Wasser

 

Aus den Samen des Kakaobaumes entsteht am Ende eines sehr aufwendigen Prozesses die leckeres Süßigkeit. Doch so ein Kakaobaum braucht extrem viel Wasser, um zu gedeihen.

Für 100 g Schokolade werden 17.000 Liter Wasser benötigt. Das sind 11 Badewanner, gefüllt bis zum Rand mit Wasser. Was bedeutet, dass Schokolade einen extrem großen virtuellen Wasserfußabdruck hat.

Im Regenwald kein Problem. Hier sind 98% dieses virtuellen Wassers sogenanntes grünes Wasser und nur 2% graues oder blaues Wasser.

 

Doch unser Hunger auf Schokolade lässt immer mehr Plantagen entstehen und hier sieht das Verhältnis zwischen grünem und grauem Wasser etwas anders aus. Vor allem werden die Trinkwasserreserven der Regionen angezapft, was zukünftig zu großen Problemen führen wird.

 

Viele unserer Schoko-Osterhasen haben einen afrikanischen Background und einen durchaus weiten Weg hinter sich. Die Elfenbeinküste, Ghana und Nigeria sind die drei wichtigsten Anbauländer für Kakao. Und hier haben sich in den letzten Jahren durch den Klimawandel die Probleme mit dem Wasserreserven verschärft. Durch längere Trockenzeiten und den hohen Wasserverbrauch der Kakao-Plantagen fehlt es zunehmend an Trinkwasser für die Bevölkerung.

 

Der CO2-Verbrauch 

 

Leider haben wir auch hier keine guten Nachrichten. Denn bei der Herstellung entstehen erhebliche CO2-Emissionen. Durchschnittlich verursacht die Herstellung von einem Kilogramm Kakaomasse 3,5 kg CO2. Zum Vergleich: die gleiche Menge Kaffee verursacht durchschnittlich 0,6 kg CO2 oder ein Kilogramm Kartoffeln durchschnittlich 0,5 kg CO2.

 

Wird die Kakaomasse dann zu Schokolade verarbeitet und hübsch verpackt in Plastik oder Aluminium, entstehen zwei weitere Probleme:

 

  • Die Plastikverpackung verursacht Müll und wird nur zu einem relativ geringen Teil wiederverwertet.
  • Das Aluminium hat eine noch schlechtere Ökobilanz, da mit viel Energie und Wasser das Verpackungsmaterial hergestellt wird. Mehr dazu findest du auch in unserem Artikel: Alu-Aufklebern auf dem Apfel.

 

Wie viel Schokolade verputzen wir?

 

Es werden jedes Jahr in Deutschland 200 Millionen Schoko-Osterhasen produziert. Und die werden auch weggeputzt. Das sind etwa 2 ½ Hasen pro Einwohner. Oder anders betrachtet: Statistisch futterte 2016 jeder Bundesbürger durchschnittlich 10 kg Schokolade, also vom Säugling bis zum Rentner. Das sind 100 Tafeln Schokolade im Jahr.

Ganz abgesehen davon, was der Hausarzt dazu sagt, ist das nicht gerade wenig. Und diese Ostern kam der eine oder andere Corona-Frust-Hase dazu.

 

Was hat das mit unserer Mission #rettedeneisbär zu tun?

 

Durch unsere Kaufentscheidung beeinflussen wir die CO2-Emissionen in die Atmosphäre und damit den Klimawandel. Ein Osterhase weniger und der Eisbär wäre sicherlich glücklich darüber. Denn um mehr CO2 wir verursachen, um so kleiner wird seine Eisscholle.

Sollen wir jetzt auf Schoko-Osterhasen verzichten?

 

Oh, nein! Vielleicht beschränken wir es auf einen Hasen im Osternest. Das wäre schon mal ein guter Anfang. Und als nächstes schauen wir nach Lösungen:

 

Bio-Schokolade und Fair-Trade-Schokolade

 

Es gibt inzwischen zahlreiche Anbieter, die ihre Schoko-Osterhasen aus kontrolliert ökologischem Kakao-Anbau herstellen. An der Elfenbeinküste, in Ghana und Indonesien, werden derzeit die Reintegration der Kakaoplantagen in den Regenwald getestet. Das würde die weitere Abholzung des Regenwaldes für neue Kakao-Plantagen verhindern und den Wasserverbrauch erheblich verringern.

Für Schokolade aus kontrolliert ökologischem Anbau werden zudem keine Pestizide und umweltschädliche Chemie eingesetzt.

 

Oft kommen diese Kakaobohnen auch von Kleinbauern-Kooperativen in den Erzeugerländern, die vertraglich zugesicherte Löhne erhalten, unabhängig von einem ständig schwankenden Weltmarktpreis. Auch die Arbeitsbedingungen der Bauern werden durch NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen) kontrolliert. Derzeit werden z.Bsp. solche Kooperative in einem der weltweit ärmsten Länder der Welt, in Haiti, aufgebaut.

 

Verpackungsalternativen 

 

Es muss nicht Plastik oder Aluminium sein, in die unser Schoko-Osterhase verpackt wird. Inzwischen haben sich innovative Erfinder auf den Weg gemacht, Alternativen bei den Verpackungen zu entwickeln. Hier ein paar Beispiele:

 

  • Folien und Verpackungen aus Holzfasern
  • Wasserlösliche und essbare Folien und Beutel
  • Einwegverpackungen aus Pflanzen

 

Noch sind einige dieser innovativen Verfahren zu teuer und brauchen ein wenig Entwicklungszeit, um in den Massenmarkt zu kommen. Aber sie sind auf einem guten Weg.

 

Fazit:

 

Du solltest beim Kaufen deines Schoko-Hasen darauf achten, dass Schokolade und Kakao ein Fairtrade- und ÖkoSiegel haben. Damit unterstützt du ganz aktiv den Umweltschutz und gerechtere und gesündere Bedingungen für Arbeiter*innen.

Inzwischen gibt es auch viele Projekte, die mit dem Verkauf von Schokolade neue Bäume pflanzen oder die ihre Verpackungen möglichst umweltverträglich gestalten. Ganz ohne Verpackung bekommst Du Bruchschokolade z. B. in Unverpacktläden und bei Chocolatiers.

 

Schokolade muss keine Sünde sein.

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